Mit welchen Erkrankungen sollte ich einen Neurologen aufsuchen?

  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems mit Gehirn, Rückenmark und blutversorgenden Gefäßen
  • Erkrankungen des peripheren Nervensystems mit Verlauf der Nerven außerhalb des Wirbelkanals und deren Verbindung mit Muskeln

Wichtige neurologische Erkrankungen:

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Demenz ist eine mit steigender Lebenserwartung zunehmende Erkrankung des höheren Lebensalters: unter den 60-64-Jährigen sind etwa 1%, unter den 85-Jährigen bereits 24-33% betroffen. Dabei kommt es zu Gedächtnisstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, Störungen von abstraktem Denken, Urteilsfähigkeit, Sprache, Erkennen und Wahrnehmen, gepaart mit Einschränkungen der Selbständigkeit, der Fähigkeit, im Alltag zurechtzukommen, sowie Beeinträchtigung des gewohnten Soziallebens.

Mehr als die Hälfte der Demenzen wird durch den Morbus Alzheimer verursacht. Darüber hinaus kann eine Demenz auch bei Morbus Parkinson oder bei Gefäßerkrankungen auftreten. Seltene Formen stellen die „Lewy-Body-Demenz“ und die „Frontotemporale Demenz“ dar. Immer wieder tritt Demenz auch als behandelbare Folge oder Komplikation schwerer  internistischer Erkrankungen wie Nierenfunktionsstörungen, schlecht eingestelltem Diabetes mellitus, Lebererkrankungen oder Alkoholabhängigkeit auf.

Untersuchungsziel sind einerseits der Ausschluss therapierbarer Ursachen, andererseits die diagnostische Zuordnung der Demenz. Die Abklärung erfolgt in der Regel durch eine eingehende klinisch-neurologische Untersuchung, eine Bildgebung des Gehirns, ein EEG, eine ausführliche Labor-Untersuchung, sowie eine neuropsychologische Testung.

Die Therapie ist abhängig von der diagnostizierten Demenzform. Wichtig ist außerdem eine eingehende Information und Einbindung der Angehörigen.

Epilepsien sind charakterisiert durch wiederholte anfallsartig auftretende Störungen mit oder ohne Bewußtseinsbeeinträchtigung.

Bedingt durch angeborene Störungen im Bereich des Zentralnervensystems, liegt der erste Häufigkeitsgipfel für das Auftreten einer Epilepsie im Kindes- und Jugendalter. Aufgrund von erworbener Schädigung des Gehirns, z.B. nach Schlaganfall, Hirnblutung, Schädel-Hirntrauma, Alkoholmissbrauch, entzündlichen Hirnerkrankungen, u. a. ist ein zweiter Häufigkeitsgipfel ab dem 60. Lebensjahr zu verzeichnen.

Zur Diagnosestellung ist üblicherweise eine genaue Patienten- und Familienanamnese, eine Bildgebung des Gehirns mittels Magnetresonanztomographie, ein EEG, sowie eine laborchemische Untersuchung notwendig. Allenfalls können zusätzlich ein Schlafentzugs-EEG oder ein Langzeit-EEG erforderlich sein.

Ziel der Epilepsie-Therapie ist es einerseits, akut ein Anfallsgeschehen zu beenden, andererseits durch eine Langzeitbehandlung epileptischen Anfällen vorzubeugen mit dem Ziel einer anhaltenden Anfallsfreiheit.  Da nicht alle Epilepsie-Formen gleich gut auf eine Behandlung ansprechen, ist manchmal auch eine Einstellung auf Kombinationstherapien notwendig, selten können sogar operative Maßnahmen erforderlich werden.
Eine regelmäßige Begleitung durch einen Neurologen wird unbedingt empfohlen.

Kopfschmerzen stellen eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt dar – etwa 70% der Gesamtbevölkerung leiden mindestens einmal im Leben daran, unabhängig vom Beobachtungszeitpunkt sind etwa 20-40% der Bevölkerung betroffen. Die hohe Erkrankungsrate kommt zustande, weil Kopfschmerzen ein Symptom vielfältiger Erkrankungen unterschiedlichster Ursache sein können.

Mit Hilfe von gezielter Anamnese, Erhebung sozialer Faktoren, klinisch neurologischer  Untersuchung, und ggfs. bildgebender Verfahren mittels Computer- oder Magnetresonanztomografie, sowie EEG oder laborchemischer Untersuchungen können die  verschiedenen Kopfschmerzarten in der Regel  gut diagnostiziert werden.

Kopfschmerzen vom Spannungstyp sind die Ursache von über 50%, Migräne macht etwa 30% aller Kopfschmerzbeschwerden aus.  Nur in etwa 10% liegen andere Ursache zugrunde wie beispielsweise eine Trigeminusneuralgie, Cluster-Kopfschmerzen  oder  diverse Mischformen, aber auch ein akuter Glaukomanfall (bei grünem Star) oder Hirnblutungen können Kopfschmerzen verursachen.

Der Behandlungserfolg ist von der Kopfschmerz-Klassifizierung, der eingeleiteten Therapie, allenfalls erforderlicher Begleitmaßnahmen (z.B. Entspannungsübungen, Akupunktur, etc.) und ganz entscheidend auch von der Mitarbeit des Patienten abhängig.

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems mit Zerstörung der isolierenden äußeren Hülle der Nervenfasern. Für die Entstehung der Krankheit scheinen genetische, Umwelt- und autoimmunologische Faktoren eine Rolle zu spielen, die genaue Ursache der Multiplen Sklerose ist aber nach wie vor unbekannt.

Klinisch äußert sich die Erkrankung schubförmig mit zeitlich und örtlich wechselnden Symptomen wie Sehstörungen, Doppelbildern, Schwindel, Gefühlsstörungen, Lähmungen, Koordinationsstörungen, Blasenentleerungsstörungen, etc. Nach mehreren Schüben können Ausfälle schleichend zunehmen (schubförmiger Verlauf). Seltener sind von vornherein zunehmende Symptome, meistens Gangstörungen (primär progredienter Verlauf).

Die Diagnosestellung erfolgt durch klinische und bildgebende Kriterien und basiert einerseits auf dem Nachweis mehrerer Entzündungsherde an unterschiedlichen Stellen im zentralen Nervensystem, andererseits auf dem Nachweis von neuen Entzündungsherden im zeitlichen Verlauf, die zum Auftreten neuer Symptome führen. Ergänzend ist zumeist eine Lumbalpunktion erforderlich.

Die Akuttherapie beim Auftreten eines Schubes erfolgt mit Cortison. Darüber hinaus wird in den meisten Fällen eine immunmodulierende Intervalltherapie empfohlen, die Frequenz und Schwere der Schübe positiv beeinflussen kann und so längerfristig zur Vorbeugung einer Behinderung beiträgt. Die Wahl des Präparates hängt von der Schwere der klinischen Symptomatik und der Häufigkeit der Schübe ab.

Muskelerkrankungen betreffen die Skelettmuskulatur und kommen insgesamt selten vor. Charakteristische Symptome sind eine wiederholt auftretende oder chronisch fortschreitende muskuläre Schwäche, manchmal in Kombination mit Muskelschmerzen, die unter Ruhebedingungen oder vorübergehend nach Belastung auftreten können. Auch eine Verringerung der Muskelmasse kann dabei auftreten.

Ursächlich sind häufig vererbte Stoffwechselstörungen in der Muskulatur, aber auch im Rahmen allgemeiner Stoffwechselstörungen oder bei entzündlichen oder immunologischen Krankheiten ist eine muskuläre Beteiligung möglich.

Die Basis der diagnostischen Abklärung stellen eine umfassende Patienten- und Familienanamnese, sowie eine klinisch neurologische und eine Laboruntersuchung dar. Ergänzend können Untersuchungen der Nerven- und Muskelleitgeschwindigkeit, unterschiedliche Belastungstests und spezielle Muskeluntersuchungen notwendig sein.

Die Therapie umfasst im Allgemeinen eine konsequente Physiotherapie, sowie spezielle Diäten und rehabilitative Maßnahmen, eine spezifische Therapie ist nur bei einzelnen Muskelerkrankungen möglich.

Myasthenia gravis ist eine seltene Autoimmunerkrankung, bei der die Erregungsübertragung vom Nerv zum Muskel gestört ist. Häufig spielt eine Veränderung des Thymus eine zentrale Rolle bei der Entstehung der Krankheit.

In etwa der Hälfte der Fälle tritt als Erstsymptom eine Lähmung der äußeren Augenmuskeln mit ein- oder beidseitiger Verengung des Lidspalts und/oder Doppelbildern auf. Auch eine schwache, näselnde Sprache, Schluckstörungen und eine belastungsabhängige Schwäche der Extremitätenmuskeln werden beobachtet. Charakteristischerweise sind die einzelnen Symptome tageszeitlichen Schwankungen unterworfen mit zunehmender Ermüdbarkeit am Abend oder nach körperlicher Anstrengung.  Selten kann das Krankheitsbild durch Infekte, psychische Belastungen oder Medikamente, etc. verschlechtert werden.

Die Diagnosestellung erfolgt anhand von Anamnese, klinisch neurologischer Untersuchung, der Bestimmung von bestimmten Antikörpern im Serum, einer Computertomografie zum Ausschluss von Veränderungen des Thymus, sowie einer elektrophysiologischen Untersuchung.

Im Falle von Veränderungen des Thymus kann eine chirurgische Entfernung des Organs in Betracht gezogen werden. Unter symptomatischer Therapie, sowie häufig zusätzlich einer immunsuppressiven Behandlung, können die meisten Patienten ein weitgehend normales Leben führen.

Morbus Parkinson ist eine chronische Erkrankung, die durch zunehmende Langsamkeit in Bewegungsabläufen, Bewegungsarmut, Muskelsteifigkeit und Zittern in Ruheposition gekennzeichnet ist. Manchmal fällt ein vornübergebeugtes, kleinschrittiges Gangbild auf. Auch Veränderungen der Handschrift, vegetative Symptome und Verlangsamung der Denkabläufe  können auftreten und zu Beeinträchtigungen im Alltag des Patienten führen.

Vom Morbus Parkinson müssen symptomatische Parkinson-Syndrome, die eine Folge anderer Erkrankungen (z.B. Medikamentennebenwirkung, Schädel-Hirn-Trauma, Infektionen, Schlaganfall, etc.) darstellen und atypische Parkinson-Syndrome abgegrenzt werden. Die Diagnosestellung erfolgt in erster Linie durch eine eingehende klinische Untersuchung, ergänzend können eine bildgebende Diagnostik und nuklearmedizinische Verfahren erforderlich sein.

Morbus Parkinson ist nicht heilbar, kann aber heute gut behandelt werden. Ziel der medikamentösen Therapie ist der Ausgleich des ursächlichen Dopamin-Mangels. Begleitend wird ein konsequentes körperliches Training, Physiotherapie und eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung empfohlen.

Eine regelmäßige neurologische Betreuung ist bei dieser Erkrankung unumgänglich.

Periphere Nervenschäden entstehen durch unterschiedliche Einwirkungen nach dem Nervenaustritt aus dem Rückenmark.

Die große Mehrheit wird durch mechanische Faktoren hervorgerufen, die entweder von außen oder von umgebenden Strukturen auf die Nerven einwirken. Mechanische Ursachen sind unter anderem Druckeinwirkung von außen, Engpasssyndrome, Dehnungsschäden bei Schleuderbewegungen, Vibrationsschäden, Minderdurchblutung, Infektionen, thermische Schäden etc.

Beim Engpasssyndrom als häufigster Ursache von peripheren Nervenschäden kommt es zu einer chronischen Druckschädigung beim Nervendurchtritt durch anatomische Engen. Beispiele dafür sind das Karpaltunnel-, das Ulnarisrinnen- und das Tarsaltunnel-Syndrom.

Die Routinediagnostik umfasst eine klinisch-neurologische Untersuchung, sowie eine Messung der Nerven- und ev. Muskelleitgeschwindigkeit. Zur ergänzenden Abklärung von Ursache und Ort der Nervenschädigung kann auch ein Nervenultraschall erforderlich sein.

Je nach Ursache und klinischer Symptomatik erfolgt die Therapie konservativ mit Medikamenten, aktiver und passiver Physiotherapie und physikalischen Anwendungen, in schweren Fällen kann auch ein operativer Eingriff notwendig sein.

Polyneuropathien sind Erkrankungen des peripheren Nervensystems, die gleichzeitig mehrere Nerven oder Nervengruppen betreffen. Je nach Funktion der betroffenen Nerven sind unterschiedliche Beschwerdebilder möglich.

Häufige Symptome sind ein socken-, später stutzen- oder auch handschuhförmiges Taubheitsgefühl, kribbelnde Missempfindungen oder Brennschmerzen an Beinen bzw. den Armen, Kältegefühl, ein vermindertes Temperatur- und Schmerzempfinden oder auch zunehmende Gangunsicherheit.

Bei allmählicher Zunahme der Symptome stellen Diabetes mellitus, übermäßiger Alkoholgenuss und Schilddrüsen-Unterfunktion neben anderen Stoffwechselstörungen die häufigste Ursache der Erkrankung dar. Bei plötzlichem Beginn der Beschwerden muss auch an akute entzündliche Erkrankungen gedacht werden, wobei unbedingt eine rasche stationäre Abklärung und Therapie notwendig ist .

Zur diagnostischen Abklärung erfolgt eine neurologische und elektroneurografische Untersuchung, eine laborchemische Abklärung, sowie ggfs. bildgebende Verfahren und eine Lumbalpunktion.

Die Therapie der Polyneuropathie richtet sich in erster Linie nach der Ursache und umfasst die Behandlung der Grundkrankheit oder Minimierung der Risikofaktoren. Die teils recht unangenehmen polyneuropathischen Beschwerden können durch eine symptomatische Therapie gemildert werden.

Rückenmarkserkrankungen führen, abhängig von der Höhe der Rückenmarksschädigung, zu schweren Beeinträchtigungen.  Typisch sind unterhalb des Schädigungsorts bestehende Lähmungen, Sensibilitätsausfall, sowie Blasen- und Mastdarmstörungen im Sinne von Inkontinenz.

Als Ursachen kommen Durchblutungsstörungen, degenerative Wirbelsäulenveränderungen, Gefäßmissbildungen aber auch traumatische, entzündliche oder tumoröse Prozesse, sowie angeborene Veränderungen des Rückenmarks in Frage.

Die Diagnosestellung erfolgt nach genauer Anamnese-Erhebung, klinisch neurologischer Untersuchung, Bildgebung mittels Magnetresonanz- oder Computertomographie und laborchemischer Abklärung. Bei Bedarf können ergänzend elektrophysiologische Untersuchungen und eine Liquordiagnostik erforderlich sein.

Die Akuttherapie ist abhängig von Krankheitsursache, im Verlauf sind physiotherapeutische und rehabilitative Verfahren unumgänglich.

Schlaganfall stellt weltweit eine der häufigsten Ursachen für bleibende Behinderungen dar. Alarmsymptome sind beispielsweise eine plötzlich auftretende verwaschene Sprache, Sprachstörungen, halbseitige Schwäche oder Lähmungserscheinungen, halbseitige Gefühlsstörungen aber auch Sehstörungen, Schwindel, etc. können auftreten.  Vielfach sind betroffene Patienten nicht imstande, diese Symptome selbst wahrzunehmen.

Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist eine rasche, medizinische Versorgung nach dem Grundsatz „Zeit ist Hirn“. Idealerweise erfolgt die Akut-Versorgung an einer speziell eingerichteten Stroke Unit, die fast überall in Österreich innerhalb von 90 Minuten erreicht werden kann.

Nach erlittenem Schlaganfall ist eine umfassende diagnostische Abklärung zur eventuellen Identifikation behandelbarer Schlaganfall-Ursachen erforderlich. Davon hängt auch die spätere, individuell angepasste Therapie ab:  diese kann entweder medikamentös erfolgen, in bestimmten Situationen können aber auch operative Maßnahmen notwendig sein wie beispielsweise bei Einengungen der Halsschlagader. Im weiteren Verlauf sollte ein straffes Management der Risikofaktoren durch einen erfahrenen Neurologen erfolgen. Viele Patienten benötigen im Anschluss an die Akutbehandlung auch eine weiterführende Rehabilitation in entsprechenden Zentren.

Unabhängig von der Ursache des Schwindels empfinden betroffene Patienten ähnliche  Beschwerden: neben Schwindel bestehen häufig vegetative (Übelkeit, Erbrechen), psychische (Konzentrationsstörungen, Antriebsminderung, Apathie), visuelle (Scheinbewegung fixierter Objekte) und motorische (Fallneigung, Schwanken, Torkeln) Symptome.

Grundsätzlich differenziert man zwischen Störungen im Bereich des zentralen Nervensystems, und Störungen im Bereich des Innenohres und des Gleichgewichtsnerven.

Während Erkrankungen mit eindeutig zuordenbarer Schwindelursache zumeist durch Neurologen oder HNO-Ärzte diagnostiziert werden, ist bei unklaren Beschwerdebildern oft eine interdisziplinäre, neurologisch-internistisch-HNO-fachärztliche Abklärung erforderlich, ergänzend kommen bildgebende Methoden zum Einsatz. Auch psychische Faktoren spielen bei der Entstehung von Schwindel eine wichtige Rolle. Entsprechend des breiten Spektrums möglicher auslösender Faktoren ist die Diagnosestellung oft langwierig und komplex.

Die Behandlung von Schwindel richtet sich nach der Ursache, eine symptomlinderde Therapie ist möglich.

Je nach Lokalisation des Tumors im zentralen Nervensystems kommt es zum Auftreten unterschiedlicher Erstsymtome.

Eine genaue Anamnese-Erhebung, eine klinisch neurologische Untersuchung, sowie bildgebende Verfahren mittels Computer- oder Magnetresonanztomografie stellen die ersten Abklärungsschritte dar. Bei Verdacht auf einen Hirn- bzw. Rückenmarkstumor erfolgt eine Überweisung an eine neurologische Schwerpunktabteilung zur weiterführenden Diagnostik. Eine allfällige neurochirurgische Behandlung und/oder Chemo- oder Strahlentherapie erfolgt ausschließlich in spezialisierten Zentren.

Bandscheibenvorfälle stellen die mit Abstand häufigste Ursache eines radikulären Syndroms dar. Am häufigsten sind im Bereich der unteren Extremitäten die Wurzeln L5 und S1 betroffen, an den oberen Extremitäten die Wurzeln C7 und C8. Neben Banscheibenvorfällen können aber auch degenerative Wirbelsäulenveränderungen, entzündliche oder tumoröse Prozesse oder Gelenkblockaden zu akuten oder chronischen Schmerzen führen.

Maßgeblich für die Schmerzentstehung sind meist Fehlhaltung, Übergewicht, überwiegende sitzende Tätigkeit, Bewegungsmangel, zunehmend aber auch psychosoziale Faktoren.

Die Diagnosestellung erfolgt nach gezielter Anamnese über Beschwerdemuster und eingehender klinisch neurologischer Untersuchung des Patienten. Je nach erhobenem Befund kann zusätzlich eine ergänzende Abklärung mittels Computer- oder Magnetresonanztomographie notwendig sein.

Akute Schmerzen werden in der Regel mit medikamentöser Schmerztherapie und physikalischen Anwendungen behandelt, begleitend sollte eine Wirbelsäulen-Physiotherapie durchgeführt werden. Nach Abklingen der akuten Schmerzen wird eine intensive Physiotherapie und Muskelaufbau-Training ggf. in Kombination mit Allgemeinmaßnahmen wie Gewichtsreduktion oder “Rückenschule” empfohlen. Auch Akupunktur, Osteopathie oder andere Heilmethoden können unterstützend wirken.

Chronische Schmerzsyndrome können häufig mit Schmerzmitteln alleine nicht ausreichend behandelt werden. Entsprechend der vielfältigen Entstehungsmechanismen und Einflussfaktoren von Schmerz werden unter anderem z. B. auch antidepressiv wirkende Substanzen eingesetzt. Ergänzende Maßnahmen wie Entspannungsübungen, entlastende Gespräche, etc.  haben sich ebenfalls bewährt. In einzelnen Fällen führt erst eine interdisziplinäre neurologisch/orthopädisch/anästhetisch/psychiatrische Therapie kombiniert mit alternativen Heilmethoden zum gewünschten Erfolg.